Mit dem Großglockner stand dieses Jahr für viele ein Sehnsuchtsberg auf dem Programm. Außerdem direkt im Anschluss der Großvenediger – „Weltalte Majestät“. Am 28.06.24 ging es gegen 7.30 Uhr los in Richtung Kals am Großglockner und weiter zum Parkplatz am Lucknerhaus. Dort trafen wir (Anne, Bernhard, Markus und Jürgen) Alex, der bereits einen Tag früher zur Akklimatisierung auf der Stüdlhütte war. Unser Aufstieg zur Hütte dauerte gut 2h und nach kurzer Wegstrecke war unser Ziel des nächsten Tages sichtbar.
Weiter oben lag noch viel Schnee und einige Schneefelder mussten überquert werden. Alex war so nett und trug, gut gelaunt beide Hochtourenseile zur Hütte.
Die Gruppe mit Annalena, Silas und Maxi traf ca. eine Stunde nach uns auf der Hütte ein.
Wir hatten augenscheinlich ein tolles Bettenlager (Nr. 3) – wie sich später herausstellte war die Balkontüre fest verschraubt und so hatten wir gefühlt in einem Dampfbad / einer Sauna die Nacht verbracht.
Frühstück gab es erst ab 5 Uhr, so dass wir für eine Hochtour quasi ausschlafen konnten. Kurz vor 5.30 Uhr waren alle abmarschbereit und wir starteten unsere Mission „Großglockner“ über den Normalweg. Bereits wenige Meter nach der Hütte führte der Weg durch Schneefelder und das Ködnitzkees war noch reichlich mit Schnee bedeckt (im unteren Bereich ca. 40cm, was wir bei einer Übung während des Abstiegs ermittelt hatten). Am Übergang zum Gletscher bildeten wir zwei 4-er Seilschaften, geführt von Silas und Jürgen. Hier nochmals Danke an Silas, da ohne ihn nur die Hälfte an Teilnehmern möglich gewesen wären.
Die gute Schneelage ermöglichte uns den echten Normalweg zu gehen und sehr spät in die seilversicherte, teils vereiste Passage mit Blockfelsen zur Erzherzog-Johann-Hütte einzusteigen. Ohne Steigeisen und am kurzen Seil kraxelten wir zur Hütte. (Bei wenig Schnee führt der Weg deutlich früher über den Kampl an diese Stelle).
Nach kurzer Rast ging es weiter über das Kleinglocknerkees zum Glocknerleitl.
Das Glocknerleitl war gut mit Schnee bedeckt und somit sehr gut begehbar. Auch weiter oben war die Schneelage so gut, dass wir ausgewogen über Fels und Schnee zu Gipfel gehen konnten.
Knapp 5 Stunden nach dem Start waren wir ohne Hektik und sicher am Ziel. Am Gipfel auf 3798m war die Freude und Demut hier zu stehen besonders groß. Tolles Wetter mit bester Sicht über Österreich war uns vergönnt.
Der Abstieg führte entlang des Aufstiegs und einige Wegabschnitte wurden uns erst jetzt bewusst, wo wir entlanggestiegen waren.
Auf der Erzherzog-Johann-Hütte machten wir dann ausgiebig Rast, um gestärkt den Weg zurück zur Stüdlhütte zu starten.
An diesem Tag waren ca. 100 Personen am Gipfel des Großglockners und ein sehr gutes Miteinander zwischen allen Seilschaften und vor allem mit den Bergführern! Wir haben alle Begegnungen in einer sehr positiven und wertschätzenden Erinnerung. In der Hauptsaison sind es bis zu 300 Personen die auf den Gipfel gehen. Das im Vergleich, erzeugt das Verständnis für manchen Unmut, der durch Verzögerungen und Unsicherheit zwischen dem Glocknerleitl und Gipfel entsteht.
Am nächsten Morgen ging es kurz vor 8.00Uhr zurück zum Lucknerhaus.
Entlang des Wegs konnten wir zwei Steinböcke beobachten, was für viele eine Premiere war. Die Fortsetzung der Tour mussten wir wegen schlechtem Wetter, viel Neuschnee und „null“ Sicht absagen und den Großvenediger auf die nächste Saison vertagen.
Jürgen Rammig